Das Ende des Lockdowns scheint in Sicht zu sein. Alle schöpfen wieder Hoffnung und Mut. Daher ist das vorläufig das letzte Lockdown-Gschichtl auf meine Homepage.

Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett
Nie ins Bett, nie ins Bett…
(Bill Ramsey)
Sorry, das sagt nur Menschen über 65 was.

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Krimi
Ein Lockdown-Gschichtl
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Im Lockdown sitz ich mehr als sonst vor dem Fernseher. Ist ja auch lustiger, als mit Freunden zusammenzusitzen. Grins. Grins.

Ich sitz zwar vor dem Fernseher, aber fernsehen tu ich nicht. Denn alle Filme, die ich sehen will, nehm ich auf meinem Festplattenrecorder auf. Das ist in mehrfacher Hinsicht praktisch:

  • Beim Zuschaun kann ich eine Pause machen, wann ich will. Zum Beispiel wenn ich auf dem Balkon Eine rauchen will.
  • Ich brauch mir keine Werbesendungen ansehen.
  • Wenn mir ein Film nicht gefällt, drück ich einfach auf die Lösch-Taste
  • [und wichtigstens] Wenn ich einschlafe (was manchmal passiert), kann ich den Film am nächsten (oder übernächsten) Tag fertig anschaun. Das führt allerdings dazu, dass ich manchmal vier bis fünf Tage brauche, bis ich ihn bis zum Ende gesehen haben, aber dann hab ich den Anfang schon vergessen. Das nur so nebenbei.

 

Jetzt geht’s aber um die Frage, was ich mir denn so aufnehme. Krimis! Und Krimis! Und Krimis!

Ja – und da musste ich neulich Rede und Antwort stehen, was mich denn an Krimis so fasziniert. Ich könnte das jetzt kurz und bündig erklären und jeder würde mir glauben. Aber nicht jeder würd’s verstehen.

Es war also so, dass man mir nahelegte, mal was Hochwertigeres anzuschaun. Also beispielsweise aktuelle Berichte, Dokumentationen, Diskussionen… Und solche Sache halt. Für solche Experimente bin ich ja durchaus zu haben und daher machte ich mich drei Tage lang ans Werk.

Als erstes Experiment wählte ich einen Bericht über unsere diversen Untersuchungsausschüsse. Ich kam gleich drauf, dass das keine gute Wahl war. Denn ich erfuhr zuviel über Politiker-Bestechung und Parteien-Finanzierung. Über Lügen, Lügner und Erinnerungslücken. Und darüber, wie wir betrogen und verarscht werden. Obiger Punkt 4) kam nicht zum Tragen, denn bei solchen Themen kann man wirklich nicht einschlafen.

Als Experiment Nummer zwei erwischte ich eine Dokumentation über den Brexit. Also, wie es dazu kam, dass die Volksabstimmung in Großbritannien mit 50,4% (oder so ähnlich) FÜR den EU-Austritt ausging. Was ich hier über die Manipulation der Massen, über gekaufte Demonstranten, über politischen Betrug und gezielte Beeinflussung über die Sozialen Medien erfuhr… das war mit einfach zuviel der Grauslichkeiten. Ich konnte weder während der Doku, noch nachher im Bett einschlafen.

Man könnte meinen, ich hätte eben zweimal Pech gehabt. Hätt ich mir doch lieber die ‚Psychologische Betrachtung von Schneewittchen und den sieben Zwergen‘ angeschaut. Jaja, kann schon sein. Drum suchte ich mir für mein drittes Experiment auch vermeintlich ‚leichte Kost‘ aus. Eine Diskussion über die Corona-Maßnahamen auf Servus-TV. Das hätt ich lieber nicht tun sollen. Wie sich erwachsene Menschen derart aufführen können, ist mir ein Rätsel. Und dass sie das vor laufender Fernsehkamera machen, ist schon ganz unglaublich. Aber dass es sich dabei nicht um einen Hilfsarbeitertrupp gehandelt hat (was man bei der Wortwahl hätte annehmen können), sondern um lauter Vertreter von Wissenschaft und Ärzteschaft – das haut dem Fass den Boden aus. Ein Wettstreit der Unappetitlichkeiten. Fremdschämen! Es hat gerade noch gefehlt, dass sie zu Raufen beginnen.

Und damit komm‘ ich zur Erklärung, warum ich mir lieber Krimis anschaue. Weil dort die Welt noch in Ordnung ist. Es gibt den bösen Verbrecher und den guten Kommissar. Gut, ich gebe zu, dass der Kommissar auch nicht immer unproblematisch ist – hat er doch meist Alkohol-, Drogen- oder Eheprobleme. Aber er ist der Gute. Und der Verbrecher der Böse. Das Böse verliert, das Gute gewinnt. Dabei fühl ich mich wohl. Auch wenn’s dabei den einen oder anderen Toten gibt. Na und? Der ist ja eh nicht echt. Aber das, was ich bei meinen drei Experimenten gesehen habe, das war echt. Schaurig!

 

 

 

 

 

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